Stromkosten sparen mit Mini-Solaranlagen

Moormerländer Grüne möchten private Balkonkraftwerke fördern

Jeder Haushalt (auch wer zur Miete wohnt) darf bis zu 600 Watt Solarstrom
für den Eigenverbrauch in das Netz des Hauses oder der Wohnung
einspeisen. Als sogenannte „Balkonkraftwerke“ erfreuen sich die speziell zu
diesem Zweck konfigurierten Stecker-Solargeräte großer Beliebtheit unter
technikbegeisterten Heimwerkern. In der breiten Öffentlichkeit dagegen ist
das Thema trotz der hohen Strompreise noch nicht angekommen. Die
Fraktion von Bündnis 90/GRÜNE möchte dies in Moormerland mit einem
Förderprogramm zügig ändern.

„Wir haben beantragt, dass die Gemeinde im Haushalt 2023 ein Budget von
30.000 Euro zur Förderung solcher Mini-Solaranlagen bereitstellt“, erläutert
der Fraktionsvorsitzende der Grünen Stefan Haseborg. „Die Technik der
Stecker-Solargeräte ist ausgereift und längst keine Spielerei mehr für wenige
Spezialisten. Bei einem Anschaffungspreis zwischen etwa 500 und 1000 Euro
haben sich die Geräte nach wenigen Jahren selbst abbezahlt und
produzieren anschließend jährlich mehrere hundert Kilowattstunden Gratis-
Strom.“

Den Grünen schwebt eine Bezuschussung von 300,00 Euro je Anlage vor.
Das Volumen der Förderung würde so für 100 Balkonkraftwerke in
Moormerland ausreichen. Gerade Haushalte mit geringeren Einkommen
könnten von der Förderung profitieren.
Ratsfrau Angelika Beuing weist noch auf einen anderen wichtigen Aspekt hin.
„Wer zuhause nicht länger nur Energie verbraucht sondern anfängt, selbst
Energie zu erzeugen, verändert sein Bewusstsein. Diese Geräte haben das
Potenzial, den Blick auf die Themen Energiegewinnung, -verbrauch und
-einsparung zu schärfen.“
In vielen deutschen Kommunen wurden bereits Förderprogramme für
Balkonkraftwerke ins Leben gerufen. In Ostfriesland war dies zuletzt vor
wenigen Wochen in der Stadt Norden der Fall. Die Grüne Ratsfraktion
empfiehlt, die Förderrichtlinien der Stadt Norden zum Vorbild zu nehmen und
diese angepasst auf die Gemeinde Moormerland zu übertragen.

Technische Voraussetzungen
Voraussetzung für den Betrieb eines Balkonkraftwerks ist ein geeigneter Platz
für ein oder zwei Solarmodule mit Südausrichtung und ohne Schattenwurf.
Das kann ein Balkongeländer, eine Hauswand oder mit geeigneten Ständern
auch ein Flachdach oder sogar ein Platz im Garten sein. Des Weiteren wird
ein digitaler Stromzähler benötigt. Sofern noch ein alter Zähler mit
mechanischer Drehscheibe vorhanden ist, erledigt die EWE als Netzbetreiber
den Austausch kostenlos. Der neue Stromzähler sollte so eingestellt sein,
dass er neben dem eigentlichen Zählerstand auch die zu jeder Tageszeit
benötigte Strommenge in Watt anzeigt. Diese sogenannte Grundlast beträgt
in einem Einfamilienhaus meist etwa 300-400 Watt. Nach dem Einstecken
des Stecker-Solargeräts kann sie tagsüber im Winter abgesenkt und im
Sommer bis auf einen Verbrauch von null Watt reduziert werden.