Stellungnahme zum Jugend- und Kulturverein Phönix

Die Fraktion Bündnis 90/ die Grünen und der Ortsverband stehen geschlossen hinter dem Jugend- und Kulturverein Phönix. Der jüngst, in der Gemeinderatssitzung am 11.12.25, vorgelegte Antrag, der eine Kürzung der Fördermittel vorsah, wurde von unserer Fraktion geschlossen abgelehnt. In seinem Redebeitrag forderte der Fraktionsvorsitzende Stefan Haseborg die Ratsmitglieder ausdrücklich auf, die Angelegenheit sorgfältig zu überdenken, doch alle anderen Ratsmitglieder stimmten dafür.

Durch die Entscheidung fällt das Budget für 2026 deutlich kleiner aus und die bisherige SozialarbeiterInstelle entfällt. Für 2027 soll die Förderung zudem an neue, zahlenbasierte Bedingungen geknüpft werden.

 

In seinem Redebeitrag sagt Stefan Haseborg, Fraktionsvorsitzender:

„Das Phönix ist für uns weit mehr als nur ein Verein – es ist ein zentraler Bestandteil der moormerländer Kulturlandschaft und leistet gleichzeitig einen erheblichen Beitrag zur Jugendarbeit.

Die Qualität dieser Arbeit allein über quantitative Kennzahlen zu bewerten, greift unserer Ansicht nach deutlich zu kurz. Zahlen können Engagement und kulturelle Bedeutung nicht vollständig abbilden.

Unbestritten ist: Es besteht Bedarf an struktureller Anpassung und Reorganisation. Aber die Erwartung, dass ein ehrenamtlich geführter Verein dies innerhalb von neun Monaten umsetzt, wie im erweiterten Antrag gefordert, ist schlicht unrealistisch. Hier muss mehr Zeit eingeräumt werden. Für die Neuaufstellung der Jugendarbeit mag ein kürzerer Zeitraum denkbar sein, da dieser Bereich nicht ausschließlich von Ehrenamtlichen getragen wird – dennoch braucht auch dieser Prozess eine solide Grundlage.

Wir fordern daher alle Ratsmitglieder auf, die Angelegenheit noch einmal sorgfältig zu überdenken. Als Fraktion Bündnis 90/ die Grünen stehen wir klar zum Phönix. Aus diesem Grund werden wir dem vorliegenden Antrag nicht zustimmen. Wir sind überzeugt: Die Arbeit des Jugend- und Kulturvereins Phönix ist eine tragende Säule in Moormerland. Eine Zustimmung zu diesem Antrag würde die Jugendarbeit massiv schwächen, da die Weiterbeschäftigung des Sozialarbeiters nicht mehr möglich wäre, und damit auch eine erfolgreiche Reorganisation zumindest infrage stellen.

Für uns steht der ursprüngliche Antrag im Vordergrund – und diesen unterstützen wir.

Dieses Kind hat an der Hand der Sozialdemokratie laufen gelernt. Wir werden uns nicht zum Totengräber dieses Projekts machen. Wobei, Totengräber ist ohnehin das falsche Bild, denn hier geht es um ein lebendiges Kind, das Zukunft verdient!“

Und auch für uns als Ortsverband Bündnis 90 / die Grünen Moormerland steht fest: Die Förderung von Soziokultur ist für unsere Gemeinde essenziell. Sie stärkt den Zusammenhalt, fördert Teilhabe, Integration und Demokratie und macht das Gemeindeleben lebendig. Die Kürzung der Fördermittel setzt den Verein und die Ehrenamtlichen stark unter Druck. Professionelle Unterstützung fehlt, Angebote müssen reduziert werden und die ehrenamtlichen Mitglieder tragen ein wachsendes Maß an Verantwortung, indem sie zusätzlich zu Beruf und Privatleben Aufgaben übernehmen, für die ihnen oft Zeit, fachliche Ausbildung und strukturelle Unterstützung fehlen, was langfristig zu Überlastung und dem Rückzug aus dem Engagement führen kann. Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus von inhaltlich wertvoller Arbeit auf messbare Ergebnisse, wodurch die langfristige Qualität und Wirkung der Vereinsarbeit gefährdet wird.

Die Soziokultur in Moormerland lebt von Vereinen wie dem Phönix, der mit seinem langjährigen Bestehen fest in unserer Gemeinde verankert ist. Es geht darum, solche Vereine zu fördern, zu erhalten und unser Kulturangebot für die moormerländer BürgerInnen attraktiv zu gestalten. Angebote wie diese tragen entscheidend zur Lebensqualität in unserer Gemeinde bei und genau deshalb stehen wir hinter dem Phönix.